Umzug 2009

Seit 2009 arbeite ich in meinem neuen Atelier am Werner Voß-Damm.

Kasernengelände 1

Das Gebäude gehört zum Gelände der General-Pape-Kaserne, in dem bis zum Ende des 1. Weltkrieges Eisenbahnregimenter aber auch eine Luftschifferabteilung und andere militärische Einrichtungen untergebracht waren.
Nach dem 1. Weltkrieg wurden auch wegen der nachhaltigen Erinnerung an die schlechte Versorgungslage während des Krieges weite Teile des Kasernengeländes in ein Kleingartengelände und eine Gartenstadt umgewandelt.

Zwischen März und Dezember 1933 befand sich unweit des Ateliers ein Foltergefängnis  der sogenannten SA-Feldpolizei für politisch Verdächtigte. In dieser Zeit waren dort insgesamt über 2000 Menschen, nach anderen Quellen bis zu 5000 Menschen inhaftiert. Viele von ihnen wurden gefoltert. Eine nicht bekannte Zahl an Inhaftierten wurde ermordet oder starb an den Folgen der Misshandlungen. Das SA-Gefängnis geriet nach 1945 vollkommen in Vergessenheit. Nur dem Engagement der „Geschichtswerkstatt Papestraße“ ist es zu verdanken, dass das Gebäude 1992 lokalisiert werden konnte. Seit April 2011 existiert dort auch wegen der fortgesetzten Beharrlichkeit der „Geschichtswerkstatt“ in Zusammenarbeit mit dem Bezirk Tempelhof-Schöneberg der „Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße “

Umgewandelte Kaserne mit Ateliers

Während weite Teile des Kasernengeländes im 2. Weltkrieg zerstört und die Ruinen nach dem Krieg abgerissen wurden, befindet sich eine „gewichtige“ Hinterlassenschaft des Größenwahns der Nationalsozialisten nachhaltig am nördlichen Ende des ehemaligen Kasernengeländes. Dort erhebt sich nahezu unzerstörbar der „Groß- oder Schwerbelastungskörper“, ein Betonzylinder mit 21 m Durchmesser, der 14 m in die Höhe und 18 m in die Tiefe ragt, und errichtet wurde, um die Belastungsgrenzen des Untergrunds für den gigantischen, 120 m hohen und 170 m breiten Triumphbogen zu testen, den Hitler und sein Architekt Speer unweit des Kasernengeländes errichten lassen wollten.

Schön zu wissen, dass heutzutage das Gelände nicht mehr militärisch genutzt, sondern von Gewerbetreibenden und Künstlern bevölkert wird.